Elara und der kleine Drache Flicker
Elara war eine winzige Fee mit Flügeln, die so zart waren wie Tautropfen am Morgen. Sie wohnte in einem großen, alten Wald, wo die Bäume bis in den Himmel ragten und die Blumen in allen Farben leuchteten. Jeden Abend, wenn die Sonne langsam unterging und die Sterne am Himmel zu tanzen begannen, sammelte Elara glitzernden Feenstaub für die Träume der Tiere. Eines Abends, als Elara gerade einen besonders schönen, funkelnden Sternenstaubtropfen eingefangen hatte, hörte sie ein leises Wimmern. Es klang so traurig, dass Elaras kleines Feenherz wehtat. Neugierig flog sie tiefer in den Wald hinein, vorbei an moosbewachsenen Steinen und hohen Farnen, dem Geräusch folgend. Hinter einem großen, alten Eichenbaum entdeckte sie es: ein kleines Drachenbaby! Es war nicht groß und furchteinflößend, wie man es manchmal in den alten Geschichten hörte. Dieser Drache war kaum größer als Elara selbst, mit Schuppen, die aussahen wie polierte Smaragde, und großen, runden Augen, in denen Tränen glitzerten. Sein Name war Flicker, und er hatte sich verirrt. Er hatte sich so weit von seiner gemütlichen Höhle entfernt, dass er den Weg nach Hause nicht mehr finden konnte. Elara war zuerst ein klein wenig schüchtern, denn sie hatte noch nie einen Drachen aus der Nähe gesehen. Aber als sie sah, wie traurig Flicker war, verflog ihre Angst. Sie schwebte näher und bot ihm eine leuchtende Beere aus ihrem kleinen Körbchen an, die in der Dämmerung mild schimmerte. Flicker schnüffelte vorsichtig daran und nahm die Beere dann ganz behutsam. Er aß sie mit einem leisen Schmatzen, und ein winziges Wölkchen Rauch entwich sanft aus seinen Nüstern. Er sah Elara dankbar an. "Hast du dich verirrt?", fragte Elara mit ihrer kleinen, hellen Stimme. Flicker nickte traurig und schlug seine langen Wimpern nieder. "Ich finde den Weg zu meiner Mama nicht mehr", hauchte er, und ein winziger, warmer Luftzug strömte aus seinem Mund. Elara fasste Mut. "Keine Sorge, ich helfe dir", sagte sie und lächelte. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg. Elara flog voran, und Flicker trottete vorsichtig hinterher, seine kleinen Drachenfüße machten nur ein leises Rascheln im Laub. Während sie gingen, erzählten sie sich Geschichten. Elara erzählte von den scheuen Glühwürmchen und den fröhlichen Bachläufen. Flicker wiederum erzählte von den lustigen Wolkenformen, die er am liebsten beobachtete, und wie er manchmal versuchte, mit ihnen zu spielen. Als der Mond hoch am Himmel stand und die Sterne wie Diamanten funkelten, fanden sie endlich Flickers Höhle. Sie war warm und einladend, und seine Mama, eine viel größere, aber genauso freundliche Drachendame, war sehr glücklich, ihn wiederzusehen. Flicker drückte Elaras winzige Hand mit seiner großen Nase. "Danke, Elara", flüsterte er. "Du bist die mutigste Fee der Welt." Elara kicherte. "Und du bist der liebste Drache, den ich kenne." Sie versprachen sich, bald wieder gemeinsam die Wolken und Blumen zu bestaunen. Elara flog zurück zu ihrem kleinen Zuhause, ihr Herz voller Freude über ihren neuen Freund. Unter dem funkelnden Sternenhimmel schlief sie tief und fest, träumend von Drachen und Feenstaub und der Magie einer neuen Freundschaft.
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