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Das große Nilpferd-Nickerchen und die Gutenacht-Freunde

Es war spät im Wald der samtenen Schatten, wo die Sterne wie kleine Zuckerperlen am Himmel funkelten. Alle Tiere bereiteten sich auf die Nacht vor. Nur vier Freunde hatten noch eine kleine, sehr wichtige Mission zu erfüllen: das jährliche Gutenacht-Treffen. Da war zuerst Herr Hannes Nilpferd. Hannes war das größte Tier, aber auch das sanfteste. Er hatte gerade seine große Badewanne im Fluss geputzt und schlüpfte in seinen gestreiften Schlafanzug. Hannes Nilpferd gähnte, sodass man seine riesige rosa Zunge sehen konnte. „Oje, wie müde meine Zehen sind“, murmelte er. Als Nächstes kam Frau Fritzi Fuchs. Fritzi war sehr elegant und trug immer eine kleine Brille, auch wenn sie nicht wirklich eine brauchte – es sah einfach schlau aus. Fritzi war die beste Geschichtenerzählerin im ganzen Wald, aber heute Abend war sie die beste Heißgetränk-Macherin. Sie rührte in einem riesigen Kessel mit dampfender Flüssigkeit. Und natürlich durfte Rosi Hase nicht fehlen. Rosi war klein und flink. Sie war immer diejenige, die sicherstellte, dass jeder seine Kuscheldecke und sein Lieblingskissen hatte. Rosi hoppelte aufgeregt herum und überprüfte die Sitzsäcke unter dem großen Eichenbaum, wo das Treffen stattfand. „Ist alles bereit, Rosi?“ fragte Herr Hannes Nilpferd mit seiner tiefen, beruhigenden Stimme. Er brauchte immer ein bisschen länger, um zum Treffpunkt zu gelangen, weil seine Beine so kurz waren im Verhältnis zu seinem Bauch. „Fast, Hannes!“ kicherte Rosi. „Frau Fritzi macht gerade die letzte Tasse fertig!“ Frau Fritzi Fuchs lächelte zufrieden. „Perfekt. Heute Abend gibt es meine berühmte 'Traum-Trunk-Schokolade'. Sie ist extra dick und hilft gegen alle Sorgen.“ Fritzi schenkte das Getränk vorsichtig in vier große, becherförmige Tassen. Für Hannes Nilpferd, der so groß war, gab es eine Tasse, die fast wie ein kleiner Eimer aussah. Die Traum-Trunk-Schokolade duftete nach Zimt, einem Hauch Vanille und ganz viel Gemütlichkeit. Die vier Freunde versammelten sich unter dem Eichenbaum. Rosi Hase kuschelte sich in ihre flauschige, wolkenweiche Decke. Herr Hannes Nilpferd lehnte sich gegen den Stamm und schloss fast die Augen, genoss den warmen Dampf, der von seiner Riesentasse aufstieg. „Ach, dieser Tag war lang“, seufzte Fritzi Fuchs, während sie genüsslich an ihrer Tasse nippte. „Ich habe heute zwölf Mäusegeschichten aufgeschrieben und drei Eichhörnchen beigebracht, wie man Nüsse besser versteckt.“ Rosi nickte schläfrig. „Ich habe heute dreißig Möhren gesammelt. Dreißig! Und jede einzelne war perfekt knusprig.“ Herr Hannes Nilpferd schlürfte langsam seine Schokolade. Wenn er schlürfte, klang es wie ein kleines, glückliches Gewitter. „Die Schokolade ist wunderbar, Fritzi. Sie macht meinen Bauch ganz warm und mein Gehirn ganz ruhig.“ Es herrschte eine schöne Stille, nur unterbrochen vom leisen Zirpen der Grillen und dem leisen Klopfen von Rosi Hasens Füßen, die im Takt ihrer Müdigkeit wippten. Fritzi stellte ihre Tasse ab. „Nun, meine Lieben“, sagte sie leise, „bevor wir uns alle ins Bett begeben, ist es Zeit für das Abendlied.“ Das Abendlied war ein sehr altes Lied, das nur die vier Freunde kannten. Es handelte von sanften Wolken, die über den Mond segelten, und von kleinen Sternen, die den Weg nach Hause leuchteten. Hannes Nilpferd begann mit seiner tiefen Brummstimme, Rosi Hasen sang die hohen, zarten Töne, und Fritzi Fuchs hielt die Melodie stabil in der Mitte. Als sie das Lied beendet hatten, war die Dunkelheit dichter und freundlicher geworden. Sogar der Mond schien jetzt ein bisschen bequemer am Himmel zu sitzen. Rosi Hase gähnte, streckte sich und sagte mit sehr leiser Stimme: „Ich glaube, meine Augenlider wollen miteinander spielen. Sie schließen sich immer wieder.“ Herr Hannes Nilpferd stand vorsichtig auf. „Komm, kleine Rosi. Ich bringe dich zu deinem Bau. Die Traum-Trunk-Schokolade hat ihre Arbeit getan.“ Hannes Nilpferd, obwohl riesig, war sehr vorsichtig. Rosi kletterte auf seinen breiten Rücken, wo es sich warm und weich anfühlte, fast wie auf einem großen, weichen Berg. Fritzi Fuchs verabschiedete sich mit einem leisen Winken. „Gute Nacht, ihr zwei. Schlaft tief und träumt von Zimtsternen.“ Als Rosi auf dem Rücken von Hannes Nilpferd durch den nun sehr ruhigen Wald getragen wurde, sang Hannes noch einmal leise die Melodie des Abendliedes. Die kleinen Bäume schienen mit ihren Blättern zu nicken. Rosi Hase war schon fast eingeschlafen, als sie ihren gemütlichen Bau erreichten. Hannes half ihr sanft vom Rücken, wünschte ihr süße Träume und versprach, dass die Sonne am Morgen pünktlich wieder da sein würde. Dann machte sich Herr Hannes Nilpferd langsam auf den Weg zu seinem eigenen großen Schlafplatz am Flussufer. Er spürte die Wärme der Schokolade noch immer in seinem Bauch. Er legte sich hin, zog seine Decke über seine dicken Nilpferd-Schultern und sah zu, wie die letzten hellen Sterne über ihn hinwegzogen. Mit einem letzten, zufriedenen Schnauben schloss Herr Hannes Nilpferd die Augen und schlief ein, bereit für die süßen, ruhigen Träume, die die Nacht ihm bringen würde. Gute Nacht, kleiner Zuhörer. Schlafe gut, genau wie Hannes, Fritzi und Rosi.

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