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Federich und Wurli malen ein Meisterwerk

In einem großen, grünen Garten lebte ein kleiner Regenwurm namens Wurli. Wurli liebte es, durch die Erde zu kriechen und neue Düfte zu entdecken. Doch manchmal war es auch ein bisschen langweilig. Er träumte davon, etwas ganz Besonderes zu erleben, etwas, das kein anderer Wurm zuvor getan hatte. Eines sonnigen Nachmittags kroch Wurli unter einem großen Gänseblümchen hervor. Dort sah er etwas Glänzendes auf dem Boden liegen. Es war lang, schlank und hatte eine kleine, glänzende Spitze. Wurli hatte so etwas noch nie gesehen! Vorsichtig kroch er näher und beäugte das seltsame Ding. Das glänzende Ding war ein Zeichenstift, der Federich hieß. Federich war traurig, denn er war aus der Tasche eines Kindes gefallen. Nun lag er ganz allein im hohen Gras. "Ach, ich würde so gerne etwas malen", seufzte Federich leise, "aber ich habe ja keine Hand, die mich festhält!" Wurli, der ganz nah war, hörte Federichs Seufzen. "Was bist du?", fragte Wurli mutig. "Ich bin Federich", antwortete der Stift. "Ich kann wunderschöne Linien und Formen auf Papier zaubern, wenn mich jemand führt. Aber hier gibt es kein Papier und keine Hand, die mir hilft." Wurli überlegte. Er war klein, aber sehr klug. Er sah sich um. Da lag ein großes, glattes Blatt neben ihm. "Vielleicht kann ich dir helfen, Federich!", sagte Wurli aufgeregt. "Ich kann mich um dich wickeln und dich über das Blatt schieben!" Federich war überrascht. Ein kleiner Wurm sollte ihn bewegen können? Aber er wollte es unbedingt versuchen. "Versuch es, kleiner Freund!", sagte Federich mit einem Fünkchen Hoffnung. Vorsichtig schlängelte sich Wurli um Federich herum. Er wickelte sich fest um den Stift. Dann drückte er sich mit all seiner Kraft vom Blatt ab und schob Federich vorwärts. Langsam, aber sicher, begann Federich über das glatte Blatt zu gleiten. "Oh, schau! Eine Linie!", rief Federich begeistert, als die Tinte aus seiner Spitze auf das Blatt floss und einen blauen Streifen hinterließ. Wurli grinste. Es war anstrengend, aber es machte auch riesigen Spaß! "Was sollen wir malen?", fragte Wurli schnaufend. Federich dachte nach. "Wie wäre es mit einer großen, fröhlichen Blume? So eine, wie die Gänseblümchen, unter denen du wohnst." Wurli liebte Gänseblümchen. Also begann er, Federich in einem Kreis zu führen. Es wurde ein großer, blauer Kreis – der Anfang einer Blume! Dann zog Wurli kleine Striche nach außen für die Blütenblätter. Federich ließ dabei geduldig blaue Farbe auf das Blatt. Es war eine lustige Teamarbeit. Wurli wackelte, schob und zog, und Federich ließ wunderschöne blaue Linien entstehen. Bald war auf dem Blatt eine große, strahlende Blume zu sehen, ganz blau und so wunderschön. "Das ist das schönste Bild, das ich je gemalt habe!", rief Federich glücklich. "Und ich habe es mitgemacht!", jubelte Wurli, stolz auf sein Meisterwerk. Sie sahen sich ihr gemeinsames Kunstwerk an. Es war perfekt. Wurli war müde vom vielen Schieben, aber auch sehr, sehr glücklich. Er hatte nicht nur etwas Besonderes erlebt, sondern auch einen neuen Freund gefunden. "Morgen malen wir noch mehr, Federich", murmelte Wurli gähnend. Federich lächelte. "Ja, morgen malen wir einen bunten Schmetterling!", flüsterte er. Wurli kuschelte sich neben Federich auf dem Blatt zusammen. Er war so müde, aber sein kleines Herz war voller Freude. Bald schlief er ein und träumte von weiteren bunten Abenteuern mit seinem Stiftfreund.

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