Wollis Regenbogenwaffel
Tief im Grünen, wo die Blumen dufteten und die Bäche leise murmelten, lebte ein kleines Schaf namens Wolli. Wolli war anders als die anderen Schafe. Sie liebte nicht nur Gras und frisches Heu, sondern hatte eine geheime Leidenschaft: Waffeln! Nicht nur einfache Waffeln, sondern Waffeln mit Honig, mit Beeren, mit Sahne – einfach alle Sorten. Eines Abends, als die Sonne hinter den Hügeln verschwand und der Himmel sich lila färbte, saß Wolli unter einem großen Apfelbaum. Sie sehnte sich nach einer ganz besonderen Waffel, einer, die sie noch nie zuvor gegessen hatte: eine Regenbogenwaffel! Sie stellte sich vor, wie sie aussah – mit Farben so leuchtend wie ein echter Regenbogen, und wie sie nach Glück und Sonnenschein schmecken würde. Wolli fragte ihre Mama: „Mama, wo finde ich eine Regenbogenwaffel?“ Mama Schaf schmunzelte und sagte: „Meine kleine Wolli, Regenbogenwaffeln sind etwas ganz Besonderes. Man kann sie nicht einfach in der Küche backen oder auf dem Feld finden. Manchmal muss man ein kleines Abenteuer erleben, um sie zu entdecken.“ Das machte Wolli neugierig. Sie verabschiedete sich von ihrer Mama und trottete vorsichtig los. Der Mond schien schon hell, und die Sterne funkelten wie kleine Diamanten am Himmel. Sie ging an schlafenden Gänseblümchen vorbei und hörte das leise Zirpen der Grillen. Plötzlich sah sie ein kleines Licht unter einem Busch. Es war Dachs Bert, der gerade sein Abendbrot, ein paar duftende Nüsse, aß. „Guten Abend, kleine Wolli“, brummte Bert freundlich. „Warum bist du denn noch unterwegs?“ Wolli erzählte ihm von ihrem großen Wunsch nach einer Regenbogenwaffel. Dachs Bert hörte aufmerksam zu und nickte dann weise. „Ach, Regenbogenwaffeln! Die gibt es nur an einem ganz besonderen Ort. Aber ich kann dir den Weg zeigen.“ Wolli strahlte vor Freude. Bert führte Wolli zu einer gemütlichen Höhle, ausgelegt mit weichem Moos. „Hier ist der Ort“, sagte Bert. „Regenbogenwaffeln findet man nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen. Schließe deine Augen, kleine Wolli, und träume ganz fest davon. Stell dir vor, wie die Waffel aussieht, wie sie riecht, wie sie schmeckt.“ Wolli kuschelte sich ins Moos, schloss ihre Augen und dachte an die buntesten Waffeln, die sie sich nur vorstellen konnte: rot wie Erdbeeren, orange wie Kürbisse, gelb wie Zitronen, grün wie frisches Gras, blau wie der Sommerhimmel und lila wie Lavendel. Sie stellte sich vor, wie sie hineinbiss und wie jeder Bissen ein kleines bisschen Magie enthielt. Ihre Gedanken waren so süß und farbenfroh, dass sie bald tief und fest einschlief. In ihrem Traum lag ein großer Teller vor ihr, gefüllt mit den schönsten Regenbogenwaffeln. Jede Waffel war ein kleines Kunstwerk, und als sie die erste kostete, schmeckte sie nach den schönsten Träumen und der größten Freude. Wolli lächelte im Schlaf, denn sie wusste, dass sie ihre Regenbogenwaffel gefunden hatte – genau da, wo Dachs Bert es gesagt hatte: in ihrem Herzen und in ihren Träumen. Müde und glücklich schlief sie die ganze Nacht und träumte von weiteren bunten Waffeln.
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