Bienchen Brumms süßer Wunsch-Donut
Es war einmal ein kleines Bienchen namens Brumm. Brumm war nicht irgendein Bienchen; sie war das fleißigste Bienchen im ganzen sonnigen Blumental. Jeden Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Tautropfen auf den Blättern zum Glitzern brachten, summte Brumm schon aus ihrem gemütlichen Bienenstock. Sie liebte es, von Blüte zu Blüte zu fliegen, den süßen Nektar zu sammeln und den Duft der bunten Blumen einzuatmen. Ihre kleinen Flügelchen flogen so schnell, dass sie manchmal wie ein verschwommener, goldener Punkt aussah. Eines besonders schönen Dienstagmorgens, als die Wiesenblumen in den leuchtendsten Farben strahlten, summte Bienchen Brumm fröhlich durch eine neue Ecke des Tals, die sie noch nie zuvor besucht hatte. Die Luft war erfüllt vom Duft von Gänseblümchen, Klee und wilden Rosen. Doch plötzlich wehte ein ganz neuer, unwiderstehlicher Geruch an ihrer kleinen Nase vorbei. Es war süßer als der süßeste Nektar, verlockender als der Honigtau auf den Lindenblättern und wärmer als eine Sonnenblume am Mittag. Brumm musste einfach der Duftspur folgen. Sie flog höher und tiefer, durch Gräser und über kleine Büsche hinweg, immer der süßen Verlockung nach. Und dann, mitten auf einer kleinen Lichtung, wo das Gras besonders weich und grün war, sah sie es: Ein riesiger, runder, goldbrauner Donut! Er war größer als sie sich je hätte vorstellen können – so groß wie ein kleiner Pilz, mit einer glänzenden Zuckerglasur und bunten, glitzernden Streuseln darauf. Brumm hatte noch nie in ihrem ganzen Bienenleben so etwas Wunderbares gesehen. War das eine neue Blume? Oder vielleicht eine Beere, die sie nicht kannte? Vorsichtig landete sie auf dem Rand des gigantischen Gebäcks. Der Donut roch noch süßer aus der Nähe. Sie versuchte, mit ihrem Rüsselchen ein kleines Tröpfchen Nektar zu finden, doch da war kein Nektar, nur dieser wunderbare, fluffige Teig und die süße Glasur. Sie leckte ein winziges bisschen – und oh, war das lecker! Es schmeckte nach Vanille, Zucker und einem Hauch von Magie. Aber wie sollte sie diesen Schatz nur zum Bienenstock bringen? Er war viel zu groß! "Oh je", summte Brumm, "was ist das nur für ein Geheimnis?" Gerade als Brumm sich fragte, was sie tun sollte, landete ihre beste Freundin, Marienkäferchen Punktchen, neben ihr. Punktchen hatte leuchtend rote Flügel mit sieben perfekten schwarzen Punkten und war immer bereit für ein Abenteuer. "Brumm! Was ist denn das für ein herrlicher Duft?", fragte Punktchen und ihre Fühler zuckten aufgeregt. "Ich weiß es nicht, Punktchen! Es ist kein Nektar, aber es schmeckt so süß und gut!", antwortete Brumm. Sie saßen beide staunend vor dem Donut. Plötzlich raschelte es in den Blättern eines alten Eichenbaumes, und Eichhörnchen Nuschel, der älteste und weiseste Bewohner des Tals, lugte hervor. Nuschel hatte schon so viele Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge gesehen, dass er fast alles wusste. "Ah, ich sehe, ihr habt ihn gefunden", sagte Nuschel mit einem gütigen Lächeln. "Das ist ein Wunsch-Donut, meine Lieben. Er erscheint nur, wenn jemand eine besonders gute und selbstlose Tat vollbracht hat." Bienchen Brumm dachte nach. Eine gute Tat? Da erinnerte sie sich! Heute Morgen hatte sie einen kleinen, verirrt gegangenen Marienkäfer wieder zu seiner Familie zurückgebracht, der ganz traurig in einem Spinnennetz gefangen war und nicht mehr wusste, wo sein Zuhause war. Sie hatte ihn vorsichtig befreit und ihm den Weg gezeigt. War das ihre gute Tat? Nuschel nickte bestätigend. "Ja, Bienchen Brumm, das war es! Dein freundliches Herz hat diesen Donut erscheinen lassen. Sieh nur die Streusel – sie leuchten, weil dein Wunsch, Freude zu teilen, so stark ist." Tatsächlich! Die bunten Streusel auf dem Donut glitzerten nun noch heller, fast wie kleine Sterne. Brumm und Punktchen sahen sich an. Freude teilen? Ja, das wollten sie! Brumm summte eine schnelle Melodie, die alle kleinen Krabbeltiere und Flugwesen im Tal kannten – es war ihr Ruf zum großen Beisammensein. Bald schon versammelten sich Ameisen, Schmetterlinge, Käfer und Grashüpfer auf der Lichtung, alle neugierig auf den wunderbaren Duft. Bienchen Brumm erzählte ihnen die Geschichte des Wunsch-Donuts und ihrer freundlichen Tat. Gemeinsam beschlossen sie, ein kleines Fest zu feiern und alle durften ein kleines Stück von dem Donut naschen. Und das Wunderbarste war: Egal wie viele Stückchen sie abnahmen, der Donut wurde nicht kleiner! Die magischen Streusel ließen ihn immer wieder wachsen, denn der Wunsch, Freude zu teilen, war so stark, dass der Donut sich einfach immer wieder von selbst füllte. Alle Tierchen schlemmten genüsslich. Ihre kleinen Bäuche waren ganz glücklich und voll. Als die Sonne langsam hinter den Bergen verschwand und der Himmel in zarten Rosa- und Orangetönen leuchtete, verabschiedeten sich alle Freunde voneinander. Bienchen Brumm flog mit Punktchen zurück zu ihrem Bienenstock, ihr Herz war warm und süß wie der Donut selbst. Sie wusste, dass Freundlichkeit die schönste Magie von allen war. Und so schlief Bienchen Brumm ein, träumend von schimmernden Streuseln und dem süßesten Donut, den das Blumental je gesehen hatte.
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